Einfach mal informieren…

 

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19.11.2017
Autor: K.F.

Einfach mal informieren…

Ich hab um 17 Uhr Feierabend gehabt, bin zur Bushaltestelle getapst, um dort zu warten. Wetter: eklig, nass und kalt.
Der letzte Sportler, der meine Arbeitsstätte kurz vor mir verlassen hatte, kam aus dem Bioladen, gleich neben meinem Arbeitsplatz, sah mich an der Haltestelle stehen und bot mir an, mich im Auto mitzunehmen.
Überall sind zur Zeit Baustellen, wir kamen nur langsam voran, und er sinnierte über die Überflüssigkeit seines Autos in Berlin, man könne doch die Öffentlichen benutzen. Dass einer unserer Trainer gerade erst berichtet hatte, dass er von Buch zu uns per Auto ca. 30 min brauchte, mit den Öffentlichen die dreifache Zeit, wusste er, störte ihn aber nicht.
Fällt mir immer wieder auf: die Leute lassen sich bei der Meinungsbildung nicht gern von der Realität irritieren.

Irgendwie kamen wir auf die Grünen zu sprechen, die ernsthafte Ambitionen haben, Autos in der Stadt möglichst komplett zu verbieten, und stellten fest, dass ich von denen nicht so viel halte, während er sie wählt.
Das war ein wenig absurd, angesichts der Tatsache, dass ich doch im Begriff gewesen war, mit dem Bus nach Hause zu fahren, und er mich im Auto mitnahm, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er meinen Humor darüber nicht teilen würde.
Ein Verbot von Autos in der Stadt wollte er auch nicht unterstützen und lenkte lachend ein, dass er vor der nächsten Wahl dann wohl doch mal das Programm lesen sollte. Ich bestärkte ihn in dieser Idee.
Alles in allem interessiere er sich nicht für Politik, sagte er, aber im weiteren Verlauf des Gesprächs sprach er sich klar gegen die AfD aus. Ist ja schön, wenn man ne Meinung hat, aber die sollte auf irgendeinem Fundament stehen, finde ich.
„Diese Rechtspopulisten gehen mir ja total gegen den Strich“, meinte er. Hätte ich ihm bei nass, kalt und dunkel draußen sagen sollen, dass sowas gerade auf seinem Beifahrersitz sitzt und sein Recht verteidigt, auch weiterhin mit dem Auto in der Stadt unterwegs zu sein und bezahlbaren Sprit zu tanken?

Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, denn ich hab mich bis vor ein paar Jahren ähnlich wenig für Politik interessiert. Ich glaube, gegen Ende 2015 hab ich zum ersten Mal was von der AfD gehört, nicht gewusst, was das ist und an diesem Zustand auch zunächst nichts geändert.
Ich hab mein e-mail-Postfach bei web.de. Um mich einzuloggen, muss ich immer über die Nachrichtenseite gehen, und daher wurde ich ganz unfreiwillig mit Informationen über die AfD regelrecht bombardiert, da kam ich irgendwann nicht mehr dran vorbei.
Ich habe die Einordnung der AfD als rechtsextreme Partei zunächst geschluckt. War mir egal, hat mich nicht interessiert. Dann kam eine Nachricht darüber, wie Linksaktivisten die AfD mit einem einfachen Trick in die Pleite treiben wollten, und ich dachte mir, dass das doch ziemlich dumm sei. Wenn Rechtsextreme sich als Partei organisieren, hat man sie immer schön im Blick und weiß, was sie treiben, aber wenn man ihnen die Partei zerstört, gehen sie in den Untergrund. Ich konnte über diese Attacke also nur den Kopf schütteln. Interessiert war ich immer noch nicht.
Und dann kam Beatrix von Storchs und Frauke Petrys angebliche Forderung, an der Grenze auf Flüchtlinge zu schießen. Das war der Moment, wo es mir wirklich zuviel wurde. Die AfD war eine politische Partei, die ernstgenommen und gewählt werden wollte, und dass jemand aus so einer Partei eine solche Äußerung tätigte, fand ich einfach nicht glaubwürdig. Ich hab mir also die entsprechenden Aussprüche im Original und im Kontext angehört, dann noch ein paar weitere Reden und Vorträge diverser Vertreter der Partei, und schon war ich angefixt.
Wieso ging das nur mir so?
Wieso wird niemand sonst misstrauisch, wenn die Presse solche Meldungen über angebliche Aussprüche tätigt, die beim besten Willen nicht glaubwürdig sind? Das lässt sich so leicht nachprüfen, wir haben Google, wir haben youtube, man kann per e-mail direkt hinschreiben und fragen. Das habe ich getan, nachdem ich gelesen hatte, die AfD würde TTIP unterstützen. Stellte sich heraus, dass es dabei um die „alte“ AfD unter Lucke ging, aber die mail, die ich mit dieser Anfrage geschickt hatte, führte mich zum Kennenlern-Treffen.
Und wenn ich mir die gewählten Vertreter der Partei anschaue, z.B. die Mitglieder der Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, des Landesverbands und diverser Bezirksvorstände, dann sehe ich seriöse Persönlichkeiten.
Man kann Kontakt aufnehmen, man kann hingehen, man kann fragen. Es kostet kein Geld und nur wenig Zeit, sich ein Fundament zu schaffen, auf dem man eine Meinung errichten kann.
Man kann auch das Partei- und das Wahlprogramm lesen.

Es beunruhigt mich, dass die Bereitschaft hierzu nicht besteht, dass die Menschen so träge darin sind, sich selbständig zu informieren.
Denn was man ja auch sehen muss ist: wir stehen dadurch in einem wichtigen, zentralen Kampf allein da, denn wer keine eigene Meinung hat, der erleidet auch keinen Verlust, wenn uns die Meinungsfreiheit genommen wird.


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Jeden 1. und 3. Dienstag im Monat ist um 19 Uhr Stammtisch-Treffen von Interessenten und Mitgliedern im Restaurant Maestral, Eichborndamm 236, 13437 Berlin. (Telefonische Anfragen unter Tel. 030 / 40 37 56 55) Siehe auch Termine !

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